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Star-Physiker Stephen Hawking sieht theoretische Möglichkeiten,
die Grenzen der Zeit zu überschreiten

Geschlossene zeitähnliche Kurven ?
London - In Science-fiction-Serien à la "Raumschiff Enterprise" gehören sie zum Alltag: die Reisen in die Zukunft und in die Vergangenheit. Doch Wissenschaftler konnten darüber bestenfalls schmunzeln. Professor Stephen Hawking (53) beispielsweise, der mit seinem Bestseller "Kurze Geschichte der Zeit" (1988) weltberühmt geworden ist, hatte vor zwei Jahren mit umwerfender Logik alle Zeitreise-Pläne für untauglich erklärt: "Der beste Beweis dafür, daß Reisen in die Zukunft und Vergangenheit nie möglich sein werden, ist die Tatsache, daß noch keine Horden von Touristen aus der Zukunft bei uns eingefallen sind."
Doch vor kurzem hat Hawking andere Töne angeschlagen: Der Inhaber von Sir Isaac Newtons Lehrstuhl für Mathematik in Cambridge, dem wir Erkenntnisse über die Entstehung des Universums, den Urknall ("Big Bang") sowie die schwarzen Löcher verdanken, erklärte, daß Zeitreisen - theroetisch - möglich seien. Regierungen sollten Gelder für die Forschung auf diesem Gebiet bereitstellen.

Dies tat er allerdings nicht in einer ernsthaften wissenschaftlichen Publikation, sondern in seinem Vorwort zu einem Buch des amerikanischen Astronomen Lawrence Krauss, das unter dem Titel "The Physics of Star Trek" (Die Physik von Raumschiff Enterprise) im November herauskommt: "Eine der Konsequenzen schneller Reisen zwischen den Sternen wäre, daß man auch in verflossene Zeit zurückreisen könnte." Hawking erklärt das mit dem gravitationsbedingten "Verbiegen" des Raums: "Wenn man Einsteins allgemeine Relativitätstheorie mit der Quantentheorie kombiniert, dann rückt dies in den Bereich des Möglichen."

Seit diese Position des vielleicht berühmtesten britischen Naturwissenschaftlers publiziert wurde, laufen in der Leserbriefredaktion der Tageszeitung "Times" täglich neue Vorschläge ein, wie solche Zeitreisen im Interesse der Menschheit genutzt werden könnten: Man solle Adolf Hitler noch in seiner Kindheit ermorden, schlägt einer vor, ein anderer würde lieber schon Adam und Eva beseitigen. Ein Pfarrer würde dagegen lieber die Schlange töten, die das Böse ins Paradies gebracht hat. Noch vor wenigen Jahren hatte Hawking solche Gedankenspielereien als "lächerlich" diffamiert.

Doch in seinem Buchvorwort räumt er ein, daß er über die Forschung mit "geschlossenen, zeitähnlichen Kurven" (so umschreiben die Fachleute die Reisen in Zukunft und Vergangenheit) im Bilde ist, die an seiner Universität ebenso wie am renommierten Kalifornischen Institut für Technologie (CalTech) durchgeführt werden: "Man braucht dafür nicht viel Geld. Erforderlich ist vielmehr ein vorurteilsfreies Denken, das Möglichkeiten erwägt, die phantastisch erscheinen." Immerhin hatte schon Albert Einstein die seit Newton geltende Auffassung von Zeit und Raum als Konstanten mit der Einsicht erschüttert, daß Zeit und Raum vielmehr in einer Wechselbeziehung stehen und der Wirkung der Schwerkraft unterliegen.

Hawking betonte: "Zwischen Wissenschaft und Science-fiction besteht ein Verhältnis von Geben und Nehmen. Auch wenn wir noch nicht dorthin reisen können, wo noch kein Mensch hingelangt ist, können wir das zumindest schon im Geiste tun."

Von SIEGFRIED HELM
Quelle: DIE WELT Online vom 01.11.95




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